
Das Intensive Critical Care Notfallsanitäter-Projekt (ICC NotSan) im Main-Taunus-Kreis verfolgt das Ziel, die präklinische Notfallversorgung durch eine erweiterte Qualifizierung von Notfallsanitäter*innen zu stärken. Im Fokus stehen die Versorgung komplexer Notfallpatient*innen, eine vertiefte Diagnostik sowie die Unterstützung bestehender rettungsdienstlicher Strukturen.
Das Projekt wurde federführend von Sascha Zach, Notfallsanitäter bei der DRK-Rettungsdienst Rhein-Main-Taunus gGmbH, in enger Zusammenarbeit mit Jörg Blau, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Main-Taunus-Kreises, entwickelt. Erste konzeptionelle Überlegungen entstanden bereits im Jahr 2019. Die Umsetzung des Pilotprojekts im Jahr 2025 wurde durch die Unterstützung zahlreicher Kooperationspartner sowie Sponsoren ermöglicht und durch eine enge Abstimmung mit den zuständigen Fach- und Genehmigungsbehörden begleitet.
Hintergrund
Der Rettungsdienst steht bundesweit vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu zählen steigende Einsatzzahlen, ein zunehmender Fachkräftemangel sowie eine wachsende Zahl komplexer Krankheitsbilder.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, erfahrene Notfallsanitäter*innen durch eine strukturierte Fachweiterbildung gezielt auf erweiterte Aufgaben in der Notfallversorgung vorzubereiten.
Dabei wurden auch internationale Erfahrungen und Konzepte aus anderen Gesundheitssystemen (Neuseeland, u.a.) betrachtet, in denen hochqualifizierte Rettungsfachkräfte bereits seit vielen Jahren erweiterte Aufgaben übernehmen.
Das Versorgungskonzept
ICC NotSan ergänzen die bestehende rettungsdienstliche Versorgung und werden insbesondere bei komplexen medizinischen Einsatzlagen eingesetzt.
Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem:
Das Konzept versteht sich ausdrücklich als Ergänzung der bestehenden Strukturen.
Die Rolle des Notarztes bleibt davon unberührt.
Qualifizierung der ICC NotSan
Grundlage des Projekts ist eine umfangreiche Fachweiterbildung für erfahrene Notfallsanitäter*innen.
Die Qualifizierung wurde in Zusammenarbeit mit der Zentralen Ausbildungsstätte Frankfurt (ZAS), ärztlichen Experten sowie den zuständigen Landesbehörden entwickelt. Sie kombiniert theoretische Ausbildung, klinische Praxisanteile und praktische Einsatzzeiten im Rettungsdienst.
Schwerpunkte der Weiterbildung sind:
Die Weiterbildung orientiert sich in Umfang und Struktur an etablierten medizinischen Fachweiterbildungen wie z.B. die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivpflege.
Pilotphase
Aktuell wird das Konzept im Rahmen einer Projektphase im Main-Taunus-Kreis erprobt. Ziel ist es, Erfahrungen hinsichtlich Ausbildungsinhalte, Einsatzkonzepte und Versorgungsqualität zu gewinnen. Die Erkenntnisse sollen Grundlage für die Weiterentwicklung des Modells sein.
Es besteht bereits Interesse anderer Rettungsdienstorganisationen in der Modellregion, aber auch bundesweit an den bisherigen Erfahrungen dieses Projekts.
Perspektive des Projekts
Mit dem ICC NotSan-Projekt wird untersucht, welchen Beitrag speziell qualifizierte Notfallsanitäter*innen zur zukünftigen Weiterentwicklung der Notfallversorgung leisten können.
Im Mittelpunkt stehen dabei:
Das Projekt liefert wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung des Rettungsdienstes.
Eine Verstetigung des Projekts im Main-Taunus-Kreis und eine Ausweitung in andere Regionen ist zu hoffen.
